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Der Mindestlohn steigt ab 2017 auf mindestens 8,84 € pro Stunde

Der Mindestlohn steigt ab 2017 auf mindestens 8,84 pro Stunde

Auf Vorschlag der Mindestlohnkommission der Bundesregierung soll der Mindestlohn zum 1. Januar 2017 von brutto 8,50 Euro auf 8,84 Euro pro Stunde angehoben werden. Der Vorschlag der Mindestlohnkommission wurde von der Bundesregierung mit Rechtsverordnung Ende Oktober 2016 verbindlich gemacht.

Minijobber arbeiten 2 Stunden weniger

Für Minijobber ändert sich damit die monatliche Arbeitszeit. Da sie im Monat höchstens 450 € verdienen dürfen, müssen sie ab 2017 ca. zwei Stunden weniger arbeiten. Mit dem alten Mindestlohn durften Minijobber höchstens 52,94 Stunden pro Monat arbeiten. Mit dem gestiegenen Lohn sinkt die Stundenzahl auf 50,9 Stunden im Monat.

Ausnahmen:

Ausnahmen gibt es immer noch für folgenden Personenkreis:

  • Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung;
  • Auszubildende – unabhängig ihres Alters – im Rahmen der Berufsausbildung;
  • Langzeitarbeitslose während der ersten 6 Monate ihrer Beschäftigung nach Beendigung der Arbeitslosigkeit;
  • Praktikanten, wenn das Praktikum freiwillig verpflichtend im Rahmen einer schulischen oder hochschulischen Ausbildung stattfindet;
  • Praktikanten, wenn das Praktikum freiwillig bis zu einer Dauer von 3 Monaten zur Orientierung für eine Berufsausbildung oder Aufnahme eines Studiums dient;
  • Jugendliche, die an einer Einstiegsqualifizierung als Vorbereitung zu einer Berufsausbildung oder an einer anderen Berufsbildungsvorbereitung nach dem Berufsbildungsgesetz teilnehmen;
  • ehrenamtlich Tätige.

Eine Ausnahme gilt zudem für die Zeitungszusteller/innen. Ab 2017 erhalten sie 8,50 € pro Stunde und erst ab Januar 2018 wird der Mindestlohn auf 8,84 € pro Stunde angepasst.

Die Arbeitnehmer/innen in den Wäschereidienstleistungen im Objektkundenbereich Ost erhalten noch bis Ende September 2017 einen Branchenmindestlohn von derzeit 8,75 €;

In der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau steigt das Mindestentgelt auf 8,60 € ab Januar 2017 einheitlich für Ost und West und erst ab November 2017 auf 9,10 €;

In der Textil- und Bekleidungsindustrie Ost steigt der Mindestlohn ab Januar 2017 – wie für den Westbereich – auf 8,84 €;

In der Leiharbeit gilt der Mindestlohn von derzeit 8,50 € (Ost) und 9,00 € (West) bis zum 31.12.2016. Ob es eine Folgevereinbarung gibt, hängt vom Ausgang der Tarifverhandlungen ab. Bis dahin gilt ab Januar 2017 der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 € sowohl in der verleihfreien Zeit als auch in Zeiten des Einsatzes beim Entleihbetrieb.

Der Zoll kontrolliert, ob Arbeitgeber den Mindestlohn einhalten. Verstöße können mit einer Geldbuße von bis zu 500.000 € sanktioniert werden. Bußgelder werden zum Beispiel fällig, wenn Arbeitgeber in bestimmten Branchen und bei geringfügig Beschäftigten gegen Dokumentationspflichten verstoßen. Das betrifft zum Beispiel das Baugewerbe, Gaststätten und Herbergen, Speditions-, Transport und Logistikunternehmen, Forstwirtschaft, Gebäudereinigung, Messebau und Fleischwirtschaft.

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