Neue Düsseldorfer Tabelle zum 01.01.2022

Zum 01.01.2022 ändert sich die Düsseldorfer Tabelle nebst Leitlinien 

Zum 01.01.2022 ändert sich die Düsseldorfer Tabelle nebst Leitlinien. Die Kinder-Bedarfssätze steigen und die Tabelle wird bis zur Einkommensgrenze von 11.000 EUR erweitert. Die Steigerung der Regelsätze minderjähriger Kinder folgt der 4. VO zur Änderung der Mindestunterhaltsverordnung v. 30.11.2021. Zudem sieht die neue Düsseldorfer Tabelle eine Anpassung an die neuere BGH-Rechtsprechung vor.

Der Mindestunterhalt minderjähriger Kinder gemäß § 1612a I BGB beträgt ab dem 01.01.2022 nunmehr monatlich

– in der ersten Altersstufe (0-5 Jahre) 396 Euro abzüglich hälftiges Kindergeld,

– in der zweiten Altersstufe (6-11 Jahre) 455 Euro abzüglich hälftiges Kindergeld,

– in der dritten Altersstufe (12-18 Jahre) 533 Euro abzüglich hälftiges Kindergeld.

 

Änderung für volljährige Kinder

Auch die Bedarfssätze volljähriger Kinde werden zum 01.01.2022 angehoben. Sie betragen 125 Prozent des Bedarfs der 2. Altersstufe.

Für volljährige Kinder, die studieren und nicht bei ihren Eltern wohnen, bleibt der Bedarf mit 860 EUR  unverändert. Wenn sich allerdings nach der Lebensstellung der Eltern ein höherer Bedarf ergibt, kann von dem Mindestbedarf von 860 EUR nach oben hin abgewichen werden.

 

Anrechnung des Kindergeldes

Auf den Bedarf des Kindes ist nach § 1612 b BGB das Kindergeld anzurechnen. Das Kindergeld ist bei minderjährigen Kindern in der Regel zur Hälfte und bei volljährigen Kindern in vollem Umfang auf den Barunterhaltsbedarf anzurechnen.

Eine weitere Einkommensgruppe trägt der BGH-Rechtsprechung Rechnung

Die ersten zehn Einkommensgruppen der Tabelle (Einkommen bis zu 5.500 EUR) bleiben unverändert. Mit Rücksicht auf die Rechtsprechung des BGH, Beschluss. v. 16.9.2020, XII ZB 499/19, wonach bei höherem Elterneinkommen sichergestellt werden müsse, dass Kinder in einer ihrem Lebensalter entsprechenden Weise an einer Lebensführung teilhaben, die der besonders günstigen wirtschaftlichen Situation ihrer Eltern Rechnung trägt, ist die Düsseldorfer Tabelle um weitere Einkommensgruppen aufgestockt worden. Die Tabelle endet jetzt mit einem bereinigten Einkommen von 11.000 EUR (200 % des Mindestbedarfs).

Notwendige und angemessene Selbstbehalt bleibt unverändert

Der Selbstbehalt, der Betrag, der dem Unterhaltspflichtigen zu verbleiben hat, damit er seinen eigenen Unterhaltsbedarf bestreiten kann, bleibt gegenüber 2021 unverändert: Gegenüber den Ansprüchen minderjähriger Kinder und volljähriger unverheirateter Kinder bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres, die noch im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils leben und sich in der allgemeinen Schulausbildung befinden, beträgt der notwendige Selbstbehalt des nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen 960 EUR  und des erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen 1.160 EUR. Der notwendige Selbstbehalt beinhaltet Wohnkosten (Warmmiete) von 430 EUR. Der Selbstbehalt kann erhöht werden, wenn die Wohnkosten diesen Betrag überschreiten und nicht unangemessen sind.

Sofern der Mindestbedarf des unterhaltsberechtigten Kindes dadurch nicht tangiert wird, beträgt der Selbstbehalt  in 2022 mindestens 1.400 EUR.